Selbstständige und Freiberufler haben weder gesetzliche Rente noch betriebliche Altersvorsorge automatisch. Ein gut geführtes Depot wird damit zum wichtigsten Baustein der finanziellen Zukunft – und sollte schon in den ersten Jahren der Selbstständigkeit aufgebaut werden.
Wie viel sparen?
Faustregel: 15–20 % des Nettogewinns in den Vermögensaufbau. Bei einem Selbstständigen mit 50.000 € Jahresgewinn also 7.500–10.000 € pro Jahr ins Depot. Wer es schafft, davon einen ETF-Sparplan zu automatisieren (z. B. 600 € monatlich), profitiert maximal vom Cost-Average-Effekt.
Liquiditätsmanagement
Selbstständige brauchen einen größeren Notgroschen als Angestellte: 6–12 Monatsausgaben auf Tagesgeld, weil Aufträge ausbleiben können. Erst danach geht es ins Depot. Steuerrücklagen (Einkommens- und Umsatzsteuer) sollten zusätzlich auf ein separates Konto wandern – nicht ins Depot, weil sie planbar fällig werden.
Steueroptimierung
Verluste aus dem Wertpapierdepot lassen sich mit Gewinnen verrechnen – wichtig in der Anlage KAP der Steuererklärung. Wer regelmäßig handelt, kann sich vom Broker eine Steuerbescheinigung ausstellen lassen, die alle relevanten Daten enthält. Bei deutschen Brokern läuft die Abgeltungssteuer automatisch ab.