Bei einer Kontopfändung droht der Verlust der gesamten Liquidität – inklusive Miete, Lebensmittelgeld und Strom. Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) sichert einen monatlichen Sockelbetrag und macht damit das Konto auch in der Krise nutzbar.
Wie funktioniert das P-Konto?
Jedes normale Girokonto lässt sich auf Antrag bei der Bank in ein P-Konto umwandeln – die Bank ist gesetzlich verpflichtet, dem Antrag innerhalb von vier Geschäftstagen zu folgen. Der gesetzliche Grundfreibetrag liegt 2026 bei rund 1.500 € pro Monat und wird automatisch vor Pfändungszugriff geschützt.
Freibetrag erhöhen
Mit Familie steigt der Freibetrag deutlich: pro Unterhaltsberechtigtem zwischen 400 € und 600 € zusätzlich. Sozialleistungen wie Kindergeld sind in voller Höhe geschützt. Den höheren Freibetrag bescheinigt die Schuldnerberatung, das Amtsgericht oder ein Rechtsanwalt – die Bank muss diese P-Konto-Bescheinigung anerkennen.
Welche Banken führen das P-Konto kostenlos?
Per Gesetz darf das P-Konto nicht teurer sein als ein normales Girokonto bei derselben Bank. Trotzdem verlangen viele Filialbanken Zusatzgebühren – Direktbanken wie DKB, comdirect oder ING führen das P-Konto in der Regel kostenfrei. Wer aktuell ein teures P-Konto hat, kann durch einen Wechsel oft 100–200 € pro Jahr sparen.
Wieder zurück zum normalen Konto
Sobald die Pfändung aufgehoben ist oder durch Insolvenzbefreiung erlischt, lässt sich das P-Konto wieder in ein reguläres Girokonto umwandeln. Die Umwandlung muss schriftlich beantragt werden und kann zwei bis vier Wochen dauern.
+ Vorteile
- ✓Sicherung von ca. 1.500 € pro Monat vor Pfändung
- ✓Erhöhung um Freibeträge für Familie und Sozialleistungen
- ✓Anspruch auf Umwandlung gesetzlich garantiert
- ✓Bei Direktbanken meist kostenlos
− Nachteile
- ×Kein Dispositionskredit, keine Überziehung möglich
- ×Aufstockung erfordert formelle Bescheinigung
- ×Filialbanken verlangen teils erhöhte Gebühren