Das Nutzungsverhalten vieler Deutscher ist in gewisser Sicht immer gleich. Der Handyvertrag wird alle zwei Jahre überprüft – der Strom- und Gas-Check erfolgt sowieso im jährlichen Rhythmus mit dem entsprechenden Anbieterwechsel. Doch wie sieht es eigentlich beim Thema Banken aus?
Beim Thema Girokonto sind die Deutschen gespalten! Die einen wechseln regelmäßig die Bank, eröffnen neue Konten und schließen alte. Spätestens bei der Gebührenerhöhung. Die anderen suchen sich dagegen eine Bank, der sie vertrauen. Und bei dieser Hausbank bleiben sie dann meist über 30 bis 40 Jahre als Kunde treu erhalten.
Gebühren beim Girokonto
Was viele nicht wissen: Fast jeder Bankkunde zahlt im Prinzip zu viel für sein Konto. Denn Banken machen jährlich mehrere Milliarden Euro Gewinn. Diese Gewinne stammen zum Teil aus den Kontoführungsgebühren und Buchungsgebühren der jeweiligen Girokonten. Die Bank arbeitet also nicht nur mit dem Geld – und erhält dafür Zinsen – sondern sie berechnet dem Kunden sogar noch Geld dafür, dass der Kunde das Geld der Bank überlässt.
Mit Buchungsgebühren von bis zu 30 Cent je Buchung langen viele Banken in Deutschland kräftig zu. Ebenfalls war es lange Zeit usus, dass die Barabhebung an fremden Geldautomaten bis zu 5 Euro, bzw. 5 % der Summe gekostet hat. Ein teures Vergnügen! Inzwischen gibt es hier neue Regeln, so dass die Bargeldabhebung an fremden Automaten maximal 1,95 € kosten darf.
Wie man sieht, lohnt sich ein ausführlicher Vergleich der Banken. Denn je nach Nutzungsverhalten des Bankkunden kann man bis zu 25 Euro Gebühren pro Monat sparen. Kein Wunder, verlangen sich manche Banken bis zu 15 Euro Gebühren pro Monat. Zuzüglich Buchungsgebühren und einiger verbotener Zusatzgebühren (siehe Liste „unzulässige und zulässige Bankentgelte“ der Verbraunerzentrale NRW)
Teure Dispokredite vermeiden
Tipp: Kommt der Bankkunde mit dem Dispo in Verzug, folgt logischerweise eine Mahnung. Mahngebühren über 3 Euro sind in der Regel nicht zu rechtfertigen und werden regelmäßig von Gerichten kassiert. Weiterhin dürfen die Mahngebühren mit zunehmender Anzahl an Mahnungen nicht steigen, sondern dürfen maximal gleich bleiben, bzw. müssen sinken, da Mahngebühren keine Strafe sind.
Prinzipiell bieten Direktbanken ohne Filialnetz natürlich erst einmal einen Preisvorteil. Doch Vorsicht: Wer eine Bankkarte benötigt, sollte genau die Gebühren im Auge behalten.Dabei sollte sich jeder Kunde folgende Fragen stellen:
- Wie groß ist das (kostenfreie) Geldautomatennetz?
- Wie viel Gebühren kostet eine Barabhebung an fremden Automaten?
- Wie viele Überweisungen / Transaktionen sind im Monat kostenfrei?
- Fallen sonstige versteckte Gebühren für den Kunden an? (z. B. Gebühren für Karte, Kontoauszüge, o. ä.)
- Wie ist das Interface des Onlinekontos aufgebaut (Demo anschauen, bzw. Screenshots suchen)
Worauf beim Girokonto Vergleich achten?
Wie man sieht, gibt es beim Thema Girokonto Vergleich eine Menge zu beachten. Gerade Berufsanfänger und Azubis neigen dazu, sich irgendeine Bank auszusuchen und bei dieser zu bleiben. Ein großer Fehler, denn für Azubis und Jugendliche sind Girokonten meist sowieso kostenlos. Hierbei wird auf das treue Stammverhalten deutscher Kontonutzer gesetzt.
Gerade mitten im Berufsleben kann sich ein Wechsel der Bank lohnen, denn eine ausführliche Beratung benötigt man nur selten. Dazu erhält man diese auch als Nicht-Kunde für andere Produkte. Wer von der Postbank zu einer kostenfreien Direktbank wechselt, kann bis zu 119,88 € pro Jahr sparen. Denn erst bei über 4000 € monatlichen Geldeingang ist das Konto bei der Postbank kostenlos.